Gedenken an die Zerstörung der Liesinger Synagoge im November 1938
Am 10. November 1938 wurde die Synagoge des „Israelitischen Bethausvereins Minjan in Liesing“ im Beisein einer großen Menschenmenge in Brand gesetzt und zerstört.
Zu Brandanschlägen auf Synagogen und Bethäuser und pogromartigen Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung Wiens kam es aber nicht erst während des Novemberpogroms, sondern bereits im Monat davor.
Am 6. November 2025, um 18:30 Uhr, wollen wir wieder gemeinsam mit allen Interessierten und Unterstützern der Zerstörung der Synagoge gedenken, an die Opfer der Shoa mahnen und das Bewusstsein für unsere gemeinsame Verantwortung wachhalten.
18:30 – 18:45 Uhr Stilles Gedenken am Standort der ehemaligen Synagoge Liesing Dirmhirngasse 112
Anschließend: Lichterzug mit Kerzen zum Amtshaus Liesing Perchtoldsdorfer Straße 2
19:00 Uhr – Amtshaus Liesing, Festsaal Gedenkveranstaltung mit Evelyn Steinthaler „Wegschauen war eine politische Handlung“ und dem Orchester Wiener Kunstkommission
Musikprogramm: Kompositionen von Franz Ippisch, Herbert Zipper, Marco Frank, Emile Jules Borremans und Peter Illavsky mit der Uraufführung „Good bye, Waltraut“,
eine musikalische Hommage an das langjährige Engagement unserer leider viel zu früh verstorbenen Obfrau Waltraut Kovacic – für das Gedenken und gegen das Vergessen.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Plätze für die Veranstaltung im Amtshaus sind begrenzt – eine Anmeldung ist erforderlich!
👉 Anmeldung per E-Mail unter: liesing@la21.wien oder über den QR-Code auf der Einladung im Anhang.
Der Verein Steine der Erinnerung in Liesing lädt Sie sehr herzlich dazu ein, am Freitag, den 27. Juni 2025, um 17:00 Uhr, an einer Gedenkbegehung teilzunehmen.
Im Mittelpunkt stehen diesmal drei Menschen stehen, die aufgrund ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus am „Landgericht“ Wien hingerichtet wurden.
Im „Grauen Haus“ wurden während der Zeit der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich zumindest 1.200 zum Tode Verurteilte mit dem Fallbeil enthauptet, darunter mehr als 600 dem Widerstand Angehörige (Quelle: Friedrich Forsthuber).
Wir gedenken
Alfred GOLDHAMMER in Triester Straße 235, und, unmittelbar im Anschluss daran,
Apollonia und Florian BINDER in Altwirthgasse 4.
Beide Steine befinden sich im 23., anbei der Lageplan zur besseren Orientierung. Wir beginnen um 17:00 Uhr in der Triester Straße 235.
Der Verein Steine der Erinnerung in Liesing lädt Sie dazu ein, am Samstag, den 24. Mai 2025, um 13:45 Uhr, an der Breitenfurter Straße 267 (Stadtpark Atzgersdorf) an der Gedenkbegehung für Familie POLLAK teilzunehmen und mit uns gemeinsam der Opfer des Holocaust und des nationalsozialistischen Terrors zu gedenken.
Familie Pollak besaßen auf dem Gelände des heutigen Stadtparks und des Mühlengrunds ihre Lederwarenerzeugung und Villa. Der einstige Besitzer Gustav Pollak verstarb 1933, fünf Jahre später wurden seine Familienmitglieder und Erben von den Nationalsozialisten zum Verkauf ihres Besitzes gezwungen. 1941 nahmen sich Anna, die Witwe Gustav Pollaks, und sein Sohn Hans, zusammen mit seiner Ehefrau Marianne, das Leben. Tochter Franziska Drach (geb. Pollak) gelang zwar die Flucht nach Tschechien, doch wurde sie dort verhaftet und 1944 in Auschwitz ermordet.
Die Veranstaltung war ursprünglich für Samstag, den 14. September 2024, geplant, musste seinerzeit aber kurzfristig aufgrund widriger Witterungsverhältnisse abgesagt werden.
Der Verein Steine der Erinnerung in Liesing lädt Sie dazu ein, am Dienstag, den 11. Februar 2025, um 16:45 Uhr, in Elisenstraße 37 (gegenüber Wien Süd), 1230 Wien, an der Gedenkbegehung für Karl Schafhauser teilzunehmen.
Karl Schafhauser, ein 23-jährige Arbeiter, Schutzbündler und Mitglied der Kinderfreunde, wurde am 21. April 1932 bei einem Zusammenstoß mit Nationalsozialisten auf der Höhe Breitenfurter Straße 360 von einem SS-Mann erstochen und wurde damit zum ersten Opfer politischer Gewalt in Liesing. Das Verbrechen fand während einer Versammlung, drei Tage vor den Landtagswahlen in Niederösterreich, Salzburg und Wien, statt.
Die Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen übernahmen die Patenschaft des Gedenksteins.
Wir laden Sie herzlich zu einer virtuellen Gedenksteinverlegung für Richard RAAB, einem 17-jährigen Opfer des nationalsozialistischen „Euthanasieprogramms“, ein.
Danach referiert Dr. Anton TANTNER (Privatdozent am Institut für Geschichte an der Universität Wien) zum Thema Die „Schlurfs“ von Wien. Jugendsubkulturen im Nationalsozialismus.
Der Vortrag exploriert das Umfeld von Arbeiterjugendlichen, die sich vor allem in den 40er Jahren in Wien einen Stil aneigneten, der seine Elemente dem durch die Kulturindustrie verbreiteten Jazz entnahm und in Opposition stand zu herrschenden Normen und einer von nationalsozialistischer Ideologie durchdrungenen Jugendkultur.
Die Veranstaltung findet am 29.11.2024, mit Beginn um 19:00 Uhr, im Bezirksmuseum Liesing (Canavesegasse 24) statt.
Das Gedenken an die Zerstörung und das Novemberpogrom in Wien wurde dieses Jahr am 7. November 2024 begangen.
Wir möchten uns bei allen, die daran teilgenommen haben, sehr herzlich bedanken, auch dafür, dass sie damit solidarisch ein Zeichen wider des Vergessens gesetzt haben. Erinnern geht uns alle an.
Unser Dank geht auch an Bezirksvorsteher Gerald Bischof für die einleitenden Worte zum Gedenken, an Andrew Solomon, Vorstandsmitglied der Liberalen Jüdischen Gemeinde Wien Or Chadasch und an den Kulturvereins Vienna Royal Philharmonic.
Am 10. November 1938 wurde die Synagoge des „Israelitischen Bethausvereins Minjan in Liesing“ im Beisein einer großen Menschenmenge in Brand gesetzt und zerstört. Zu Brandanschlägen auf Synagogen und Bethäuser und pogromartigen Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung Wiens kam es aber nicht erst während des Novemberpogroms, sondern bereits im Monat davor.
Am 7. November 2024 gedenken wir wieder gemeinsam der Zerstörung der Liesinger Synagoge, diesmal zusammen mit Or Chadasch – Liberale Jüdische Gemeinde Wien und dem Kulturverein Vienna Royal Philharmonic (unter der Leitung von Peter Illavsky), der Kompositionen der vetriebenen jüdischen Komponisten Franz Ippisch und Herbert Zipper spielt.
Der Verein Steine der Erinnerung in Liesing kooperiert mit wohnpartner https://wohnpartner-wien.at/ im Rahmen einer fünfteiligen Vortragsreihe mit dem Titel Im Kontext Demokratie: Ella-Lingens-Vortragsreihe (siehe unten).
Wir möchten Sie dazu auf eine ÄNDERUNG aufmerksam machen:
Der Vortrag Die Bedeutung von Theodor Herzl für Wien heute von Frank STERN muss leider abgesagt werden und wird nach Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Stattdessen laden wir Sie herzlich zu einem Vortrag von Gerald NETZL mit dem Titel Jüdisches Leben in Liesing ein.
Obfrau des Vereins Steine der Erinnerung in Liesing
Mit großer Trauer und Betroffenheit müssen wir uns von Waltraut Kovacic verabschieden. Waltraut ist nach kurzer, schwerer Krankheit unerwartet im 75. Lebensjahr verstorben.
Waltraut war im Jahre 2013 Mitbegründerin der Agenda Gruppe Steine der Erinnerung in Liesing und viele Jahre Obfrau des gleichnamigen Vereins. Gemeinsam mit Waltraut haben wir 266 ermordeter Liesinger*innen gedacht, 72 Gedenksteine verlegt und fünf Erinnerungstafeln aufgestellt, die an Menschen erinnern, die während des NS-Terrors ermordet wurden.
Ihr konsequenter und unermüdlicher Einsatz gegen Antisemitismus und Rassismus und für Antifaschismus hat unsere Zusammenarbeit im Verein geprägt. Ihr Mut, ihre Entschlossenheit und ihre klare Haltung für soziale Gerechtigkeit werden unvergessen bleiben.
Als Obfrau des Vereins Steine der Erinnerung in Liesing hat Waltraut uns alle durch ihr Wirken inspiriert und unsere Arbeit gegen Ungleichheit und Intoleranz nachhaltig geprägt. Ihr Einsatz für eine gerechtere Welt war unerschütterlich und wird uns stets an ihre Stärke und ihren tiefen Glauben an die Menschlichkeit erinnern. In den letzten Monaten der Vereinsarbeit initiierte sie das Thema Junge Erwachsene und Gedenkarbeit an den Schulen in Liesing. Wir werden Ihre Initiative zu diesem Thema aufgreifen und weiterführen.
In dieser schweren Zeit möchten wir den Angehörigen und Wegbegleiter*innen unser tief empfundenes Beileid aussprechen. Ihr Vermächtnis wird in unserer Arbeit und unserem Handeln in der Gedenkarbeit weiterleben, ihr Engagement für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft uns weiter anspornen.