Gedenkveranstaltung zur Euthanasie

Als erster Bezirk Wiens errichtete Liesing eine Gedenktafel für die Opfer der NS-Euthanasie. Wir widmen diesem Thema nun am 5.10.2018 eine eigene Veranstaltung und konnten dafür einen besonders versierten Referenten gewinnen:  Dr. Wolfgang Neugebauer, der ehemalige Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW). Er spricht über „Das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten“, ein Thema, mit dem er sich  ausführlich beschäftigt hat. Zuvor wollen wir auch eine kurze Einschätzung zur Situation in Liesing geben. Die Musikschule Liesing wird die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Am selben Tag stellen wir außerdem neue Steine der Erinnerung für Sophie Lechner und Helene Heimler in Mauer vor.

17.00 Uhr
Maurer Lange Gasse 90, 1230 Wien
Stein der Erinnerung für Sophie Lechner

17.30 Uhr
Jesuitensteig 19
Stein der Erinnerung für Helene Heimler
mit einem musikalischen Beitrag der Freien Musikschule

 18 15 Uhr
„Das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten“
Helmut Zilk Haus, Haeckelstraße 1 A, 1230 Wien
Vortrag Dr. Wolfgang Neugebauer, ehemaliger Leiter des DÖW
Musikalische Begleitung: Musikschule Liesing
Mit freundlicher Unterstützung durch die Oberbank

Gedenktafel für Liesinger Euthanasieopfer

Tausende Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten fielen dem Euthanasieprogramm des Nationalsozialismus zum Opfer. Eine Gedenktafel auf dem Gelände des ehemaligen Versorgungsheims macht nun darauf aufmerksam, dass auch Menschen aus Liesing ermordet wurden. Es waren viele alte Menschen darunter, aber auch Kinder. Die Tafel wird im Zuge der offiziellen Eröffnung des neuen Schlossparks enthüllt. Liesing ist damit der erste Bezirk, der der Euthanasie-Opfer gedenkt.

Zumindest 140 Personen mit Bezug zum heutigen Bezirk Liesing wurden im Rahmen des Euthanasieprogrammes in den Jahren 1940 und 1941 ermordet, dies ergaben Recherchen des Vereins Steine der Erinnerung in Liesing. Die Gedenktafel trägt die Namen all dieser Menschen. Sie lebten zuvor im ehemaligen Versorgungshaus und in anderen sozialen Einrichtungen im 23. Bezirk. Die Tafel erinnert außerdem an Menschen, die zuvor in Liesing wohnhaft waren, dann in Anstalten außerhalb Wiens lebten und ermordet wurden. Es ist anzunehmen, dass weitere Menschen im Zuge der Euthanasie ermordet wurden.

Enthüllung der Gedenktafel für Euthanasieopfer
Dienstag, 15. Mai 2018, 11.00
Schlosspark, Pflegewohnhaus Liesing
Haeckelstraße 1A, 1230 Wien

Das Pflegewohnhaus im Schloss Liesing

Die Wurzeln des Schlosses reichen weit zurück: Bereits 1387 wurde ein erster Gutshof erwähnt. Im 18. Jahrhundert wurde rund um einen Graben ein Wasserschloss errichtet, das schließlich als Pflegeanstalt diente. Die Stadt erwarb das Areal Ende des 19. Jahrhunderts und richtete ein Versorgungshaus ein, das alten Menschen sowie Personen mit körperlichen und geistigen Gebrechen Platz bot. 1879 wurde ein Zubau fertiggestellt – insgesamt konnten nun 850 sogenannte „Pfründner“ unterbracht werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Heim beschädigt. Es wurde danach zunächst mit 200 und dann 718 Betten neu eröffnet. 2009 begann ein Neubau des Pflegewohnhauses – 2013 wurde dieses Helmut-Zilk-Haus eröffnet. Das alte Schlossgebäude beherbergt jetzt nach einer umfassenden Renovierung u. a. die Musikschule Liesing.

Das Euthanasieprogramm T4 des Nationalsozialismus

Die systematische Ermordung sogenannten „unwerten Lebens“ erfolgte ab 1940 in Hartheim bei Linz und in fünf Tötungsanstalten in Deutschland. Auf Druck der Öffentlichkeit wurde die zentral gesteuerte Ermordung 1941 gestoppt, in einzelnen Anstalten wurde sie allerdings trotzdem bis 1945 weitergeführt. Insgesamt wurden etwa 200.000 Menschen ermordet.

Gedenktafel2

Der Text der Gedenktafel

Zur Erinnerung an die Liesinger Euthanasieopfer

Tausende Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten fielen dem Euthanasieprogramm T4 des Nationalsozialismus zum Opfer. Die systematische Ermordung sogenannten „unwerten Lebens“ erfolgte ab 1940 in Hartheim bei Linz und in fünf Tötungsanstalten in Deutschland. Auf Druck der Öffentlichkeit wurde die zentral gesteuerte Ermordung 1941 gestoppt, in einzelnen Anstalten wurde sie allerdings trotzdem bis 1945 weitergeführt. Insgesamt wurden etwa 200.000 Menschen ermordet.

Wir wollen hier der Liesinger Opfer gedenken:

Wir erinnern uns an die Menschen, die im ehemaligen Versorgungshaus und in anderen sozialen Einrichtungen im 23. Bezirk untergebracht waren, sowie an jene, die zuvor in Liesing wohnhaft waren und in Anstalten außerhalb Wiens lebten und ermordet wurden.

Newsletter 4/2018

Sehr geehrte InteressentInnen, liebe Mitglieder!

Wir freuen uns sehr, dass ein besonderes Projekt endlich realisiert wird:
Am 15. Mai 2018 wird im Zuge der Eröffnung des Liesinger Schlossparks beim Helmut Zilk Haus, Haeckelstraße 1A, 1230 Wien (auf dem Gelände des ehemaligen Versorgungsheims Liesing) eine Gedenktafel für die Liesinger Opfer des NS-Euthanasieprogramms enthüllt.

Programmablauf:
Eröffnungsfeier:  11 Uhr
Treffpunkt:  vor dem Schlossturm

Begrüßung:
Walter TEUSCHLER Leitender Direktor, Pflegewohnhaus Liesing

Ansprachen:
Drin Susanne DRAPALIK
Direktorin, Teilunternehmung Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien

Gerald BISCHOF
Bezirksvorsteher f. d. 23. Bezirk

Enthüllung der Gedenktafel für die Liesinger Opfer des Euthansieprogramms durch den Verein „Steine der Erinnerung“

Im Herbst 2018 (genaues Datum wird noch bekannt gegeben) wird es eine Diskussionsveranstaltung zum Euthanasieprogramm geben.

Nächste Eröffnung neuer Stationen: 30. Juni 2018 um 15 Uhr im Raum Ketzergasse.

Für den Verein Steine der Erinnerung in Liesing
Waltraut KOVAČIČ
Robert PATOČKA

Newsletter 6/17

Sehr geehrte InteressentInnen, liebe Mitglieder!

Wie jedes Jahr, werden wir auch heuer im Gedenken an das Novemberpogrom 1938 weitere Gedenksteine verlegen. Wir wollen Rosa und Ernst Goldstein sowie Adele und Valerie Machauf gedenken. Im Anschluss daran laden wir sie zu einem Vortrag zu dem Thema

Strategien des Rechtspopulismus – Erkennen und Reagieren

in die Städtische Bücherei am Liesinger Platz (Breitenfurter Straße 358) ein. Informieren Sie bitte Freunde und Bekannte über diese Veranstaltung.

In der Anlage können sie die detaillierte Programmabfolge ersehen:

Treffpunkte Samstag 11. November 2017

15:00 Uhr     Autofabrikstraße 1
16:15 Uhr     Städtische Bücherei, Breitenfurter Straße 358, Liesing

Das Referat mit anschließender Diskussion hält Nina Horaczek, Buchautorin von Populismus für Anfänger und Journalistin beim Falter.

Auch auf einen weiteren wichtigen Termin möchten wir sie erinnern.
Am 21. November 2017 findet unsere Hauptversammlung mit Neuwahl des Vorstands statt. Bitte merken sie sich den Termin vor. Eine gesonderte Einladung wird noch versendet. Auch Nichtmitglieder sind gerne gesehen, um unseren Verein kennen zu lernen.

Bitte unterstützen sie uns, wir suchen noch Patinnen/Paten für den Stein für Rosa und Ernst Goldstein. Die biografischen Daten zu den Steinen können sie auf der Seite www.dort.pw/steine23 entnehmen.

Wir verbleiben mit herzlichen Grüßen und freuen uns auf Ihr Kommen.

Für den Verein Steine der Erinnerung in Liesing

Waltraut Kovacic               Robert Patocka